HUNDEMAMAS // Band 2

111 Frauen - 132 Hunde

Autor                   Daniel Glage

Illustrator             Antje Holstein

Info                      21 x 29,7 cm, 232 Seiten, Abb.

Ausstattung        Softcover

ISBN                    978-

34,90 €  [D] 35,90 €  [A]

Manchmal ist es schwer, Luft zum Atmen zu finden, wenn man zurückbleibt. Komischerweise läuft man die Wege, die man früher gemeinsam ging, aufmerksamer ab, entdeckt mehr Details. An manchen Bäumen werden Erinnerungen wach, manche Sträucher gibt es nicht mehr, gebuddelte Löcher im Waldboden gibt es noch, doch der Regen verwischt nach und nach die Spuren. Ab und an ist man versucht, andere Wege zu gehen, um etwas Abstand zu bekommen und nicht immer Tränen in den Augen zu haben, aber es geht nicht. 
Es gibt so viele Erinnerungen, aber leider in der Hektik des Alltages oft so wenig Zeit. Doch dann, in ruhigen Momenten, ziehen diese Erinnerungen einem fast die Beine weg.
Mir fehlen bis heute die Worte und auch jetzt schießen mir Tränen in die Augen, weil ich dann auch an Maggie denken muss. Diese Lücken, die ihr hinterlasst, kann niemand füllen. Diese unendliche Traurigkeit, die mich manchmal erfasst, fühlt sich sehr einsam an. Doch ich merke auch, dass der Stillstand in solchen Momenten kürzer wird und ich erkenne, dass das, was bleibt, Dankbarkeit und schöne Erinnerungen sind. 

 

Ich habe vor einiger Zeit auch einen Beruf gelernt und bin seit dem diplomierter Beschützer für meinen Zweibeiner. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie anstrengend diese Arbeit ist und das ich zum Feierabend hundemüde nach Hause komme. Zuhause halte ich dann gern ein Nickerchen auf der Couch und mein Frauchen muss sich erst einmal selbst beschäftigen. Wenn dann mein Frauchen langsam ungeduldiger wird, gebe ich ihr ein Zeichen, dass wir zusammen Gassi gehen können. Um ihr den besten Auslauf zu bieten, fahren wir oft ins Grüne. Mein Frauchen trägt eine Schleppleine ums Handgelenk, weil sie manchmal nicht schnell genug hinterherkommt, wenn ich Wild rieche. Das ist mir echt zu unsicher mit ihr! Wenn ich mal nicht auf mein Frauchen aufpasse, spiele ich gerne im Wasser, renne über Wiesen oder fange Dummies ein, die versuchen wegzufliegen.

Finny und Kristin

 

 

Gerade im Sommer essen wir oft Tortillachips mit Käse überbacken und dazu mache ich einen Sweetchilli-Curry-Dip mit Mayonnaise. Wenn ich hierzu die Mayonnaise heraushole, steht Marley schon neben mir in der Küche. Es könnte schließlich etwas herunterfallen und er kann es dann schnell auflecken. An einem Abend saßen wir auf dem Sofa und haben Tortillachips mit dem Dip gegessen, der auf dem Couchtisch stand. Marley hat diesen Dip wieder ganz scharf beobachtet. Er sprang also auf das Sofa und setzte sich an die Kante, um möglichst nahe am Dip zu sein. Während er da so saß, dachte ich mir schon, dass er sich gefährlich nah am Rand des Sofas platzierte. Gerade gedacht, schon passiert. Marley lehnte sich nur einen halben Zentimeter zu weit über den Sofarand und rutschte mit den Pfoten nacheinander ab. Ich sah nur seine großen Ohren Richtung Boden fliegen. Und wo landete seine Schnauze? Ganz genau, direkt in der Schale mit dem Dip.

Marley und Maike